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Hunde suchen Freunde

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Sevinc hat ein Begleithund

Mein Name ist Sevinc und ich wohne in den Niederlanden. Meine Eltern sind türkischer Herkunft. Ich selbst bin in den Niederlanden geboren und von Geburt an blind. Ich habe die Grundschule für Blinde besucht und danach die MAVO ( kann man mit der Realschule vergleichen ). Dann habe ich 1 ½ Jahre ein Selbständigkeitstraining gemacht; wobei man lernt einen Haushalt zu führen und die Wege zum Supermarkt, zu den Bushaltestellen und zum Briefkasten u.s.w. zu finden. Nachdem ich dann, mühsam mit einem Stock, diese Wege laufen konnte, kam ich in Anmerkung für einen Begleithund. ( Das selbständige Laufen dieser Wege zu einem Geschäft oder dem Briefkasten ist so wichtig, weil nicht der Hund sondern der Besitzer den Weg angeben muss, der Hund weiss den Weg nicht. )

Der Begleithund kommt von KNGF Begleithunde. Bevor ein Hund ein Begleithund werden darf wird er zuerst in einer Gastfamilie aufwachsen und erzogen. Er muss gehorsam sein, gut mit Menschen jeden Alters umgehen können und sich in Geschäften, Restaurants, im Bus und Zug gut betragen, also überall wo Menschen sind. Und nicht zu vergessen, der Hund lernt wo er sein Geschäft verrichtet. Danach erhält er ein Training an der Begleithundeschule. Dort lernt er Gegenständen auszuweichen,so wie Laternenpfählen und Fahrrädern die auf dem Bürgersteig stehen.

Wenn eine Person mit einem visuellen Handicap einen Antrag für einen Hund stellt, wird bei dieser Zuhause ein Besuch gemacht. Während dieses Besuches wird das Orientierungsvermögen geprüft und durch ein ausführliches Gespräch ein Eindruck verschafft über die Persönlichkeit des Anwärters auf einen Hund und auch die Wohn- und Lebensumstände werden einbezogen.

Dies alles um zu festzustellen welcher Hund am besten zu dieser Person passt. Diese Kombinationsbildung ist ein wichtiger Moment in diesem Prozess; es ist wichtig dass Hund und Mensch wirklich zusammen passen. Wenn der Hund mit seiner Ausbildung fertig ist, wird sein zukünftiger Besitzer für zwei Wochen zu einer Einweisung in der Schule eingeladen. Während dieser Einweisung wird Aufmerksamkeit auf Verhalten und Pflege des Hundes gelegt und der Sehbehinderte lernt mit seinem Hund zu „arbeiten“. Nach diesen zwei Wochen wird noch einige Tage in der eigenen Wohnung geübt, die sogenannte „Hausinstruktion“.Zuerst wird durch die Begleithundeschule mit dem zukünftigen Hundebesitzer ein Gespräch geführt.

Man muss wirklich ein richtiges Herrchen sein können; ein Hund erwartet dies nämlich. Danach darf man den Hund kennen lernen. Wenn es gut verläuft und Du kannst die festen Strecken laufen, dann geht es definitiv weiter. Ich musste damals auch zwei Wochen zur Hundeschule, wo ich alles über Hunde lernte und wie man mit einem Hund umgehen muss. Ich musste natürlich auch alle Kommandos lernen und das sind viele. Danach lernt man mit ihm zu laufen, damit man weiss, was Dir der Hund vermitteln will um Dich über alle Hindernisse, Abfalleimer und hier in den Niederlanden natürlich auch alle Fahrräder auf den Bürgersteigen zu bringen.

Wenn man das ein Weilchen gemacht hat bekommt man Vertrauen in den Hund und kann blindlings mit ihm mitlaufen. Erst nachdem ich einen Hund hatte konnte ich alleine wohnen und zusammen mit meinem Blindenführhund Crispin schaffte ich das gut.

Endlich ging mein Jugendtraum in Erfüllung. Ich wollte schon von Jugend an einen Blindenführhund haben. Jahrelang hatte ich gehört und gedacht dass ich dies nicht könnte, aber das Gegenteil ist wahr. In meinem 21-sten Lebensjahr ist es Wirklichkeit geworden.

Vorteile eines Blindenführhundes:

Seit ich Crispin habe kann ich mich auf der Strasse viel einfacher bewegen. So gehen wir zusammen zum Einkaufen, zur Bank, zum Briefkasten etc. Mittels Kommandos kommen wir dahin wo wir wollen. Es ist nicht so dass der Hund den Weg weiss. Nein, Du musst angeben können wo Du hin willst. Also den Weg genau kennen.Auch kann ich nun einfacher in die Stadt. Es ist eine lebhafte Stadt, aber mit Crispin gehen wir um und zwischen allen Hindernissen durch.Neben der Begleitarbeit ist Crispin auch ein unzertrennlicher Kamerad geworden. In der türkischen Kultu r leben Hunde draussen, aber hier in den Niederlanden nicht. Ein Hund liebt Dich bedingungslos; steht immer und zu jedem gewünschten Moment des Tages zur Verfügung. Crispin und ich spielen, schmusen und arbeiten zusammen. Kurzum, mein Hund und ich sind dicke Freunde. Die Menschen auf der Strasse sprechen Dich auch viel eher an. Denn ein Hund, der mit einem Bügel neben Dir läuft, fällt auf.

Neben den Vorteilen muss man aber auch mit den Nachteilen Rechnung halten. So muss man zum Beispiel 4 mal am Tag, auch wenn es regnet, den Hund rauslassen und er muss auch einen Platz haben wo er rennen, schnüffeln und mit anderen Hunden spielen kann. Du musst den Hund auch bürsten und kämmen. Kurz gesagt, Du musst den Hund gut versorgen.Dies finde ich ganz und gar nicht schlimm. Es sind die Konsequenzen und Vorteile die für mich schwerer wiegen als die Nachteile. Ausserdem bist Du so auch mehr draussen. Das sind Dinge an die Du schon zuvor denken musst. Crispin und ich sind glücklicherweise unzertrennliche Freunde und bilden ein gutes Team.

Ich hoffe dass zukünftig auch in der Türkei die Hunde mehr geliebt werden, damit sie dort auch als Begleithund ausgebildet werden können und vielen Menschen helfen.

Grüsse von Sevinc und Crispin.

„Mit Dank an das K.N.G.F. welches die Foto’s zur Verfügung gestellt hat“