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Hunde suchen Freunde

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Istanbul 2004

Ein Wochenende in Istanbul

Als Initiator der Seite ActieZwerfhonden habe ich lange überlegt, ob ich nun einmal nach Istanbul zum SHKD reisen soll oder nicht, ob ich dieses Elend dort sehen möchte oder nicht. Schließlich habe ich mich entschieden, habe meine Reiseschuhe angezogen und bin mit einer Freiwilligen und meiner Tochter nach Istanbul gereist.

 

Die Geschichte über die Stadt Istanbul, den Lebensraum der Bevölkerung, die Touristen, die guten Hotels, das geschmackvolle Essen sowie über die Anziehung der Stadt für die Touristen soll nicht Gegenstand dieser Reportage sein. Kurzum, wird kamen am Freitagabend gegen 21.00 Uhr in unserem Hotel an und wurden von Banu Erguder (Mitarbeiterin vom SHKD) erwartet. Wir sind einen “Happen” essen gegangen und haben einen Plan entworfen, wie wir die nächsten Tage verbringen wollen und welche Tierheime und welche Aktivitäten der Tierschützer in Istanbul wir sehen können/möchten.Am Samstag hat Banu uns in verschiedene Stadtbezirke von Istanbul geführt und wir sahen eine Vielzahl von Hunden. Zur Zeit unseres Besuches standen die Wahlen in der Türkei an und jeder Stadtbezirk ist darum bemüht, ein gutes Straßenbild zu zeigen und dadurch sind die Hundefänger und -vergifter sehr aktiv. Es dauerte eine ganze Zeit bis dass ich wirklich begriff!!!, dass es nicht so ist wie in den Niederlanden oder in Deutschland. Jeder Haushund in der Türkei kann nie frei laufen, da seine Menschen befürchten müssen, dass er jederzeit vergiftet wird. Ich begriff so langsam, dass all diese Hunde die wir sahen, tatsächlich Streunerhunde waren.

 

Es gibt bestimmte Bezirke, wo die Hunde gut leben können. Es gibt Menschen die im Tierschutz tätig sind und sie geben den Tieren zu essen und verstecken die Hunde, wenn die städtischen Tierfänger/töter kommen. Banu selbst versorgt eine ganze Anzahl von Hunden im Stadtgebiet Florya. Ein neuer Hund wird gekennzeichnet und von ihr umgehend daran gewöhnt, dass auf einen bestimmten Pfiff es zu Fressen gibt.

Dadurch sind die Hunde nicht auf einen bestimmten Ort bezogen sondern sie kommen angelaufen, wenn Banu das Signal gibt. Auf Grund dieses Vorgehens ist die Gefahr des Gefangenwerdens und der Vergiftung geringer. WSetzt also Banu ihre Pfeife ein, dann kommen die Hunde angelaufen und es gibt für alle ausreichend Nahrung.

Wir gingen noch zu einer Gaststätte, die sich um drei Hunde kümmert. Die Hunde wurden von den meisten Gästen toleriert und sie erhalten die Essenserste. Gibt es Probleme mit den Hunden oder sind die Hundefänger aktiv, gibt diese Gaststätte Nachricht an das SHKD.

Es besteht außerdem ein regelmäßiger Kontakt zwischen der Gaststätte und einem Angestellten des SHKD.

Wie die Tierschützer vor Ort die über tausend Hunde auseinanderhalten können ist mir ein Rätsel. Überall wo wir ankamen, erzählten sie uns jedoch die Geschichte des einzelnen Hundes. Die Tierschützer wissen, wer sich um den und um den und um den Hund kümmert; wo dieser Hund sonst noch zu finden ist und und und. Ich konnte feststellen, dass diese Hunde besonders anpassungsfähig sind und eine außergewöhnliche Intelligenz aufweisen.

Die Hunde überqueren gefahrlos die Straße. Sie schauen rechts und links, warten, bis dass eine Ampel auf grün ist und sie kommen, wenn Banu ruft bzw. pfeift. Auf dem mittleren Grünstreifen spielen Welpen und die Hunde benutzen diesen Grünstreifen als Wartepunkt um die Straßen komplett überqueren zu können. Außerdem ist es so, dass man das Gefühl hat, dass die Hunde sofort wissen, wer es gut mit ihnen meint und wer nicht. Nun ging es weiter zur Tierarztpraxis.

In der Tierarztpraxis angekommen sahen wir die Unfallopfer und misshandelten Hunde. Einer Hundemaus hatte man die Ohren komplett abgeschnitten, ein Hund hatte durch Bisswunden ein geschädigtes Bein, es gab einen mutterlosen Welpen und alle erhielten sie in der Tierarztpraxis kostenlose Behandlung.

 

 

Wir gehen davon aus, dass ein Tierarzt durchaus in der Lage ist, mit seinem Beruf seinen Lebensunterhalt zu verdienen. So ist es in der Türkei jedoch nicht. Murat beispielsweise hat direkt neben seiner Praxis ein kleines Geschäft mit Tierzubehörartikeln. Der Gewinn daraus wird zum Beroepen benötigt. Der übrige Teil wird von Murat dazu verwendet, Straßenhunde zu behandeln und ihr Überleben sicherzustellen.

 

Später ging Banu noch zu einer Sitzung der Tierschutzorganisationen in Istanbul und wir – wie die Touristen – in ein altes Einkaufszentrum der Stadt.

Am Sonntag begann unser Tag damit, dass wir zum Büro des SHKD’s in Gokturk gingen.Das Büro sieht mehr wie eine Mehrzweckhalle aus. Eigentlich ist es wie eine ganz gewöhnliche Wohnung und dort sind die Büroräume angeordnet. In einem Raum übernachtet Banu wenn es am Abend so spät wurde, dass sie nicht mehr in ihre eigene Wohnung kann. Dies ist eigentlich 6mal in der Woche der Fall. Ein anderer Raum dient als Gästezimmer für Besucher aus dem Ausland oder aber für Auszubildende im SHKD.

 

Dann zeigte uns Banu den Ort, wo eventuell die kommerzielle Klinik vom SHKD aufgebaut werden soll. Die Idee ist hier, dass die Tierärzte des SHKD’s in der kommerziellen Tierklinik Geld verdienen sollen. Zum einen kann damit das eigene Gehalt aufgebessert werden, zum anderen kann dadurch die Kastration der Streunerhunde finanziert werden. Es wird auch überlegt, eine Tierpension oder ein Tiergeschäft zu eröffnen, wobei der Gewinn hier jeweils dem SHKD zu Gute kommen soll.

Danach gingen wir in das Waldtierheim. Hier war früher eine Mülldeponie und es würde für das Waldtierheim ein großer Landteil abgetrennt.

 

Neben dem Waldtierheim (SHKD-Waldtierheim) ist ein städtisches Tierheim.

Dieses städtische Tierheim besteht aus sehr kleinen Zwingern, nur mit Steinen und Beton gehalten. In diesen Zwingern sitzen 4-5 Hunde und es muss davon ausgegangen werden, dass zu 90% die Hunde, die im städtischen Tierheim landen, dort den Rest ihres Lebens verbringen müssen. Wir können nicht nachvollziehen, wie vernünftig denkende Menschen 4-5 Hunde in diesen Zwingern halten können.

Das SHKD kümmert sich zwar auch um diese Hunde und im Gegenzug kann das SHKD dort Zwinger benutzen. Hierhin kommen im Augenblick die Tiere, die nicht im Waldtierheim überleben würden, oder aber alt oder krank sind, oder aber noch einfach Welpe sind.

In den anderen städtischen Tierheimen ist die Versorgung leider nicht gut. Oftmals vergehen Tage, bis dass wieder frisches Wasser und Futter gegeben wird. Wer als Hund diese Behandlung überlebt muss schon ein wirklich “harter” Kerl sein. Auf Grund dieser Tatsachen in den anderen Städtischen Tierheimen kommt es auch immer wieder vor, dass das SHKD oder auch andere Tierschützer aus dem Ausland Hunde dort freikaufen.

Auf einem benachbarten Gelände stehen einige Bauten und hier wird in Erwägung gezogen, die Kastrationsklinik zu errichten. Ob das alles wirklich realisierbar ist, hängt natürlich von der Stadtverwaltung ab.

Ich war hinterher sehr froh, diesen Bereich verlassen zu können, da mich der Anblick doch sehr schockierte und das Leben der meisten Hunde in diesem Tierheim doch recht aussichtslos ist.

Nun gingen wir zum eigentlichen Waldtierheim.

 

Das Waldtierheim muss man sich vorstellen als ein Gebiet wie ein langer Flur, an dessen Seiten die einzelnen Gehege (Zwinger wäre falsch) aufgebaut wurden.

Die Hunde, die außerhalb leben benutzen auch diesen Flur. Sie können durch die Rückseite ins Gelände kommen und dies tun sie auch, wenn Futterzeit ist.

Diese Hunde können frei entscheiden, ob sie kommen oder gehen – jedoch bleiben sie, denn sie bekommen regelmäßig Nahrung durch das SHKD.

In jedem Gehege leben zurzeit ca. 50 Hunde. Eigentlich sollten jedoch nur 25 Hunde darin leben. Dadurch, dass die doppelte Anzahl der Hunde dort lebt, gibt es immer wieder Probleme der Hunde untereinander. Es bilden sich statt einem Rudel jedoch zwei oder drei Rudel und folglich reicht der Platz

nicht aus und die Rudel geraten in Streit. Während meines Besuches sah ich jedoch Gott sei Dank keine Streitereien.Es stehen zwar ausreichend große Hundehütten zur Verfügung und vielleicht kann der Rest der Hunde, die separat gehalten werden müssen, wenn ihre Anzahl noch ein bisschen zurück gegangen ist, dort weiter leben. Der Nachteil der großen Gruppen ist, dass dort ängstliche oder scheue Hunde immer die Untergeordneten bleiben und kein eigenes Ego aufbauen können. In die einzelnen Gehege kann man einfach hineingehen und alle Hunde kommen und wollen gestreichelt werden. Sie sind einfach lieb und verspielt und machten einen gesunden Eindruck. Der überwiegende Teil der Hundis ist verrückt nach ihren Betreuern. Es gibt natürlich dort auch Hunde, die einfach ihren eigenen Weg gehen und nicht so verrückt nach menschlicher Nähe sind. Ich habe es als eine gute Erfahrung mitgenommen, dass ich zwischen so vielen Hunden war und alle freundlich und liebevoll waren. Es ist wirklich sinnvoller, dass sich das SHKD um diese Art der Haltung bemüht. Es muss sichergestellt sein, dass das SHKD sich weiter so um die Tiere kümmern kann. Es ist natürlich klar, dass das SHKD nicht alleine diese enormen Kosten bewältigen kann und deshalb braucht das SHKD – bzw. die Tiere im SHKD – uns. Robert Smith, der Gründer des SHKD steckt zwar Unsummen in das SHKD, aber auch ihm ist es nicht möglich, die Haltung so zu gewährleisten, dass die Hunde alle gerettet werden können. Von daher ist der Aufruf für die Freundschaften sehr sehr wichtig und noch wichtiger ist, dass Sie diese Freundschaften übernehmen.

Robert Smith kann nur das Geld für 200 Hunde bereitstellen. Es leben dort aber einige hundert Hunde und der Platz ist eigentlich zu klein und aus diesem Grunde müssen noch mehr Hunde aus dem Waldtierheim ein Zuhause finden.

 

Zum Schluss unserer Reise ging es noch zum Restbestand des SHKD’s (Gokturk). Wie Sie ja alle wissen, muss dieses Tierheim geschlossen werden wegen dem neu zu bauenden Villenviertel. Ein großer Teil des Baumaterials liegt schon auf dem ehemaligen SHKD-Gelände herum. Leider befinden sich aber noch immer 40 Hunde im SHKD die unbedingt in ein Zuhaus müssen. Sie können nicht ins Waldtierheim, sie können auch nicht ins städtische Tierheim.

 

Trotzalledem sind es ausgesprochen liebe und verträgliche Hunde – aber im Rudel kämen sie nicht zurecht *. Außerdem leben noch einige wenige Straßenhunde im SHKD, die noch medizinisch versorgt werden und dann zurück auf die Straße gehen.

Hier trafen wir auch die Straßenhunde an, die aus dem einen oder anderen Grund medizinische Fürsorge nötig hatten und diese vom S.H.K.D. erhielten.

Da war ein Hund der gebracht worden war, um innerhalb der sicheren Umgebung in aller Ruhe gebären zu können. Abgesehen von der Tatsache, ob es weise ist einen Hund in dieser Stadt mit ihrem Überschuß an Streunerhunden Welpen kriegen zu lassen, ist es natürlich schrecklich traurig, wenn man seinen Hund in ein Tierheim bringen muss um ihn sicher gebären zu lassen.

Einer der Hunde, der glücklich bereits einen Freund gefunden hat, wird hier nach einer Ohroperation versorgt.

Ein sehr spezieller Fall, in schrillem Kontrast zu dem Hund mit den abgeschnittenen Ohren vorne in diesem Bericht, war ein großer Schäferhund, der auf Ersuchen des Personals von einem Hotel vom S.H.K.D. abgeholt worden war. Der Streunerhund, der seinen festen Platz in der Umgebung des Hotels hat, war krank und das Hotelpersonal machte sich Sorgen. Es ergab sich daß der Hund ein Zuviel an Eiweiß in seinem Körper hatte, wahrscheinlich als Folge einer Überdosis Fleisch. Der Hund erholte sich und ich war mit dabei den Hund zu seinem festen Platz beim Hotel zurück zu bringen. Der Portier kam sofort mit einem Wassernapf an und der Hund war ganz und gar glücklich daß er wieder “Zuhause” war.

Wir haben die Kochstelle gesehen wo daß Essen für die Hunde bereitet wird.

Eine Mahlzeit für die Hunde besteht aus gekochten, zermahlenen Hühnerhälsen gemengt mit Brot, Reis und Hundebrocken.

Zuletzt haben wir nach den Hunden gesehen, die wir auf unserem Rückflug mitnehmen sollten für ihre neuen Besitzer.

Nach einem ermüdenden aber lehrreichen Tag bin ich gänzlich erschöpft zurück zu unserem Hotel gegangen.
Und Montag war die Reise schon wieder vorbei. Wir hatten uns mit Semra um 10 Uhr am Flughafen verabredet. Sie war pünktlich da mit den Hunden, wovon einige Mäntelchen anhatten die ich wiedererkannte von der ersten Sendung die ich in Ihrem Namen nach Istanbul mitgeben konnte.

Die Tiere waren natürlich nicht froh mit dem begrenzten Platz in ihrer Transportbox, aber nach einiger Zeit wirkte die Beruhigungstablette und wir hörten sie nicht mehr. Außerdem waren sie auf der Reise ins Glück und ein bisschen Ungemach muss man da wohl in Kauf nehmen.

In den Niederlanden angekommen haben wir die Hunde ihren neuen, glücklichen Besitzern übergeben können.