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Hunde suchen Freunde

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6/6 Gesellschaft skeptisch über Änderungen des Tierschutzgesetzes

 

27. Mai 2012 / E. BARIŞ ALTINTAŞ , İSTANBUL

 

Auf dem Polonezköy Platz in Istanbul haben sich am Freitag um die Mittagszeit viele Tieraktivisten versammelt, um gegen die anhaltende Vergiftung von Streuner- und Haushunden zu protestieren.

 

In den letzten zwei Wochen sind bei dieser Gruppe viele Meldungen von Leuten herein gekommen, die diese (streunenden) Tiere vor ihren Augen einen schrecklichen Tod haben sterben sehen. Tiere, die sie oft liebevoll versorgt hatten.

 

Diese Mordanschläge in Beykoz sind keine Ausnahme in Istanbul. Auf dem Papier hält die Türkei sich bei der Handhabung der Population der Streunertiere an das „Neuter and release“-Prinzip (sterilisieren und frei lassen). In der Praxis werden diese Tiere, selbst nach Behandlung durch die Gemeinden und im Gegensatz zum Gesetz, jedoch oft im Wald ausgesetzt, anstatt die Hunde in ihr Territorium zurück zu setzen. Daher  müssen die Ehrenamtlichen jetzt jedes Wochenende Futter bringen, um die Tiere zu versorgen. Aber es endet nicht mit dieser Gesetzesübertretung; nicht selten kehren die Beamten an die Stelle zurück, wo die Hunde ausgesetzt wurden, um „die Sache endgültig zu erledigen“, wenn die Tiere nicht schon infolge von Hunger oder Krankheiten gestorben sind.

 

Yasemin Baban, ein Aktivist in der Region Beykoz, erzählte gegenüber der Zeitung Sunday’s Zaman, dass Autopsieberichte von gestorbenen Hunden zeigen, dass Vergiftung die Todesursache ist.

 

Ein Anwohner, der aus Angst vor den Beamten und Politikern anonym bleiben möchte, hat angegeben, dass Grund zu der Annahme besteht, dass die Gemeinde von Beykoz hinter diesen Mordanschlägen steckt. Natürlich bestreiten alle Funktionäre das. Es ist ergreifend, dass sogar fundierte Beweise, wie Aufnahmen von Fahrzeugen der Gemeinde, die Hunde aussetzen oder den Hunden zu verdächtigen Zeiten Futter bringen, das verdächtig aussieht, sich als unbrauchbar herausstellen. Im türkischen Tierschutzgesetz Nr. 5199 gilt das Töten eines Tieres lediglich als Verstoß, der mit einem Bußgeld belegt wird. Keine Freiheitsstrafe und nicht einmal ein Eintrag ins Strafregister. Das bedeutet, dass sogar, wenn die Tieraktivisten die Schuldigen identifizieren könnten, diese nur dann angeklagt werden können, wenn es sich um einen Haushund handelt, und in dem Falle geht es um „Sachbeschädigung“. Ob nun die Gemeinde dahinter steckt oder die Bürger selbst, man wird dafür praktisch nicht bestraft werden (können).

 

Die gute Neuigkeit ist, dass nach Jahren in denen die Tierschutzorganisationen Druck ausgeübt haben, die Türkei dieses Gesetz nun endlich anpassen wird und Misshandlung von Tieren als ein wirkliches Verbrechen klassifiziert werden soll.

 

Viel Aufsehen wegen des neuen Gesetzes

 

Im Februar haben alle vier Parteien im Parlament, erstaunlicherweise ohne Gegenstimmen, dem Anpassen des Gesetzes zugestimmt. „ Diese Gesetzesänderung wurde beim Ministerpräsident eingereicht, und diejenigen, die ein streunendes Tier töten, werden nicht mehr mit einem Bußgeld davon kommen, sondern auch eine Freiheitsstrafe bekommen“, erzählte Veysel Eroğlu, Minister von Milieu und Wäldern, am Dienstag den Journalisten während einer Konferenz über Biodiversität in Ankara.

Das hört sich an wie gute Neuigkeiten. Die Gesetzesänderung muss jedoch noch veröffentlicht werden, und schon jetzt sind Aktivisten ernsthaft besorgt. Man munkelt, dass die Gesetzesänderung Artikel bezüglich bestimmter Rassen enthält, was schon jetzt das Arbeitsgebiet beeinflusst.

Özkaya Aydin, ein Aktivist und Ehrenamtlicher beim Küçükçekmce Tierheim, erzählt: „Gestern wurden schon vier Putbulls bei meinem Tierheim abgegeben“.

 

Hassen die Gesetzgeber Tiere?

 

Ahmet Kemal Şenpolat, Chef der  Tierrechtsfederation HAYTAP – eine Organisation, die sich schon seit Jahren für eine Anpassung des Gesetzes Nr. 5199 einsetzt – gibt an, dass der Staat immer schon hinter Zoogeschäften und Hundezüchtern stand (also auch hinter dem illegalen Handel, indem er diese Aktivitäten ignoriert). Er legt die Ursache für die Zunahme der Anzahl von streunenden Tieren vor allem bei einer kleinen Gruppe von Tieraktivisten, die nicht über die Hilfsmittel verfügen, um öffentliche Unterstützung zu bekommen, wie sie die vermögenden Zoogeschäfte wohl haben. Niemand hat die definitive Version der Änderung bisher gesehen, die noch von einer parlamentären Kommission ratifiziert werden muss. Aktivisten wissen daher noch nicht, ob das neue Gesetz der inoffiziellen Unterstützung des Staates an Züchter, die lediglich zu einer unverhältnismäßig großen Nachfrage nach Haustieren beitragen, die später Großteils auf der Straße landen,  Einhalt gebieten wird. Außerdem ist unsicher, ob das Gesetz vermeiden kann, dass die Rettungsarbeit der Tieraktivisten weiterhin behindert wird.

 

Wie dem auch sei, es muss bei der Gesetzesänderung etwas Gutes herauskommen können. Emel Var, Vertreter der Avcilar-Esenyurt Tierschutzgruppe, gibt an: „Es sind gute Neuigkeiten, dass jeder, der ein Tier misshandelt, missbraucht, quält oder gefährliche Rassen züchtet und/oder in die Türkei einführt, eine Freiheitsstrafe erwarten kann. Solche Gewalttaten werden in Zukunft im Strafregister festgelegt werden, und ich denke, dass diese beiden Tatsachen genug abschrecken“.

 

Var widerlegt die Sorgen, dass sowohl der Staat als Funktionäre sich oft dafür entscheiden, Tiere in die Opferrolle zu drängen und sich hinter diejenigen zu stellen, die diese Tiere züchten, verkaufen, aussetzen oder misshandeln. Jedoch verpflichtet das neue Gesetz Menschen, die zum ersten Mal einen Hund aufnehmen, an Instruktionstreffen teilzunehmen, was Var zufolge dazu beitragen wird, dass weniger Haustiere auf die Straße gesetzt werden.

 

Erfahrungen aus der Vergangenheit in Bezug auf Gesetzesänderungen, aber auch Erfahrungen mit Regierung, Gemeinden und Ministerien sowie die auf Menschen gerichtete Vorgehensweise der Autoritäten geben den Tieraktivisten um so mehr Grund, die Gesetzesänderung mit der nötigen Reserve zu betrachten. Aber, wie Aydin (Ehrenamtlicher beim Küçükçekmece Tierheim) schon sagt: “Warten wir erst mal ab, schlimmer als jetzt kann es auf jeden Fall nicht werden“.

 

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